Samstag, 1. Januar 2011
2010: Filme
Eine Top 10-Liste der von mir gesehenen Filme 2010 macht irgendwie keinen Sinn, denn so viele Filme, die das Prädikat "Top" verdienen, waren gar nicht dabei. Deswegen gibt es hier eine Rangliste sämtlicher gesehener Filme, von tolaler Grütze bis total genial:

12. The Last Airbender
Wie es der Herr Shyamalan als selbsterklärter Riesenfan der Originalserie geschafft hat, in der Realverfilmung jeglichen Witz, jegliche Wärme und Charaktertiefe und sogar jegliche nachvollziehbare Handlung des Originals auf der Strecke zu lassen, das ist schon eine reife Leistung. Ein Film, den die Welt nicht braucht und welcher der Originalserie beachtlichen Schaden zugefügt hat.

11. Splice
Ein Forscherpaar züchtet heimlich ein genmanipuliertes Wesen. Drei Viertel des Films sind als Psychostudie äußerst brauchbar und zeigen die Entwicklungen des Verhältnisses zwischen den beiden Forschern und ihrer Kreation eindrucksvoll und nachvollziehbar auf und man entwickelt Verständnis für das Seelenleben der Kreatur. Doch am Ende wirds dann doch wieder nur so ein blöder Monsterstreifen, in dem das Monster, das inzwischen mit diversen Extra-Features ausgestattet ist, seine Schöpfer dahinmetzelt. Schade.

10. Männer, die auf Ziegen starren
Der Trailer ließ irgendwie etwas noch Durchgeknallteres vermuten als der tatsächliche Film dann einlöste. Aber trotzdem ist George Clooney beim Wolkensprengen und die Hippie-Armee-Einheit unter Jeff Bridges ein amüsanter Spaß. Bloß die Witze mit "Ewan McGregor sagt irgendwas mit Jedi" wurden dann doch etwas überreizt.

9. Rapunzel - neu verföhnt
Ein harmloser Disney-Familienfilm mit knuffigen Charakteren, nicht nervenden Sidekicks und disneytypischen total kitschigen Bildern. Der anarchische Charme der Shrek-Reihe geht dieser Märchenverfilmung ab. Und leider wird gesungen. Aber die Handlung des Films macht durchaus mehr Sinn als das Originalmärchen der Gebrüder Grimm.

8. Inception
Ich muss sagen, ich war ziemlich enttäuscht. Die Grundidee ist super, aber man hätte zusätzlich zur Traumleveldesignerin, die besonders glaubhafte Träume entwerfen sollte, auch mal die handelnden Personen mit Charaktertiefe und Glaubhaftigkeit ausstatten sollen. Wie die großartige Ellen Page hier eigenschaftslos eingesetzt wird, ist schon fast strafbar. Die einzige sympathische Figur, mit der der Zuschauer sich identifizieren mag, ist schon lange tot...

Auch wie phantasielos die Traumwelten hier gezeigt werden, ist arg enttäuschend. Filme wie "The Cell" oder "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" zeigen, wie man das Unterbewusste "richtig" darstellen kann.Was an der angeblich so verworrenen und komplizierten Handlung so schwer zu versteehn gewesen sein soll, habe ich auch nicht kapiert. Ich fand es alles doch reichlich vorhersehbar, sogar der Plot-Twist am Ende war genau der, den man auch erwartet hat. Vom Herrn Nolan bin ich da wesentlich besseres gewohnt.

7. Für immer Shrek
Shrek liest das Kleingedruckte bei einem Deal mit Rumpelstilzchen nicht und findet sich in einer alternativen Zeitlinie wieder, in der er nur einen Tag Zeit hat, vom Kuss der Wahren Liebe erlöst zu werden, sonst wird er niemals existiert haben. Prinzessin Fiona kennt ihn in dieser Zeitlinie nicht, hat als Anführerin einer Oger-Untergrund-Armee alle Hände voll zu tun und ohnehin den Glauben an die Wahre Liebe verloren.Auf jeden Fall besser als Teil 3 und ein würdiger Abschluss der Reihe.

6. Kick Ass
Die Story um den selbsternannten Superhelden, der in den Rachefeldzug von Nicolas Cage und seiner Ass-kicking Kampfsau von Tochter gerät, verliert ihren Charme und ihre Leichtigkeit durch den recht düsteren Showdown. So richtig wollten sich die Macher dann wohl nicht entscheiden, was für eine Geschichte sie eigentlich erzählen wollten und verheddern sich ein wenig dabei. Ansonsten wäre es ein außerordentlich guter und nicht nur ein guter Film geworden.

5. Buried
Ryan Raynolds wird entführt und lebendig im Irak begraben und hat in seinem Sarg bisschen Licht und ein Handy zur Verfügung, um sich eventuell zu retten. Eine eindrückliche und bedrückende One-Man-Show mit äußerst geringem Budget produziert, wahrlich nichts für Klaustrophobiker.

4. Das Kabinett des Dr. Parnassus
Heath Ledgers letzter Film. Regisseur Terry Gilliam hat nach dem Ableben seines Hauptdarstellers notgedrungen kongenial das Drehbuch umgeschrieben (Johnny Depp, Jude Law und Colin Farell übernehmen Ledgers Rollen in den Welten hinter den Spiegeln) und zu einem würdigen, wen auch stellenwesie recht verquasten Ende geführt.

3. Ich - Einfach unverbesserlich
Wie soll ein Film um einen schrulligen Super-Bösewicht, der von einem Nachwuchs-Superbösewicht in den Schatten gestellt zu werden droht, und der sich drei schnuffige Waisenmädchen ins Haus holt, um jenen Konkurrenzbösewicht zu übertrumpfen, bitteschön nicht großartig werden? Und außerdem gibt es ja auch noch abgefahrene Erfindungen des verrückten Wissenschaftlers, eine Horde bohnenförmiger Minions und flauschige Einhörner. Was will man mehr?

2. Moon
Dieser Sci-Fi-Film über den einsamen Insassen einer Mondstation, der sich mit seinem eigenen Klon konfrontiert sieht und die Machenschaften eines menschenverachtenden Konzerns aufdeckt, darf zurecht zukünftig in einem Atemzug mit Meisterwerken wie "2001" und "Dark Star" genannt werden.

1. Scott Pilgrim vs. the World
Für mich der Film des Jahres, nicht nur wegen der abgrundtief bescheuerten Story, die dennoch im Rahmen der Filmlogik funktioniert, sondern vor allem wegen des Augenschmauses, der einem hier serviert wird. Noch nie gab es eine derart filmgewordenes Mashup aus Comic und Videospiel.
(I'm so in lesbians with that movie.)

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